Die Prolotherapie ist eine Form der Injektionstherapie, mit der gelockerte, er-
schlaffte Bänder gestärkt werden können. Der Name Prolotherapie - ausführlich auch Proliferationstherapie kommt aus dem Latei-
nischen und setzt sich zusammen aus dem Wort "proles" und "ferre", was soviel heißt wie Nach-
kommenschaft bringen (im medizinischen Sprachge-
brauch mit der Bedeutung "Zellvermehrung").
Der Bewegungsapparat besteht nicht nur aus Knochen und Gelenken, sondern auch aus Muskeln und Bändern. Die Bänder stabilisieren die Gelenk-
verbindungen in allen Stellungen und begrenzen den Bewegungsumfang. Gelenke sind nicht nur z.B. das Knie oder die Hüfte, auch die Wirbelsäule be-
steht aus vielen Gelenk-
verbindungen. Nur ein einwandfreies Zusammenspiel von Knochen, Gelenken, Muskeln und Bändern gewähr-
leistet eine beschwerdefreie Funktion.
Die wohl häufigste Ursache chronischer Rücken- und Kreuzschmerzen ist ein "Ausleiern" der Bandverbindungen durch jahrelange Unterfunktion der Muskeln.
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Schon über 80 Jahre ist dieser Zusammen-
hang bekannt und auch neuere Forschungs-
ergebnisse bestätigen dies. Darüber hinaus werden Bandscheibenvorfälle erst als Folge einer solchen jahrelangen Fehlbalance angesehen.
Wenn die beklagten Beschwerden auf eine Erschlaffung der Bandverbindungen (Sehnen) beruhen, reicht es typischerweise nicht aus, nur die Muskulatur durch Übungen zu kräftigen. Der Erfolg ist oft nur kurzfristig oder bleibt ganz aus. Durch das Spritzen eines speziellen Medikamentes in und an diese beschwerdeauslösenden Bänder werden diese verstärkt. Der Wirkstoff lockt Bindegewebszellen an, die sich dort ver-
mehren. Dieser Vorgang braucht einige Wochen, um die Bänder dauerhaft zu verfestigen. Mehrere Injektionen sind erforderlich.
Das Medikament besteht lediglich aus einer Mischung eines Lokalänesthetikums und Traubenzucker. In den ersten Tagen nach der Injektion treten erfahrungsgemäß verstärkte Beschwerden auf. Schonung ist anfangs erforderlich, aber keine Bettruhe. Leichte Bewegung sollte erfolgen. Anfangs ist mitunter die Einnahme eines Schmerz-
mittels erforderlich. Die Injektionen werden im Abstand von 7-10 Tagen wiederholt, je nach individueller Reaktion.
Insgesamt besteht eine Injektionsserie meist aus 4 Sitzungen. Ein Erfolg ist ungefähr 6-8 Wochen nach der letzen Spritze zu erwarten.
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